Das RC Boot: Spielzeug oder meisterlicher Modellbau

RC Boot

Zum Element Wasser fühlen sich viele Menschen besonders hingezogen. Kinder genießen das Spiel an Pfützen ebenso wie das Plantschen im Schwimmbad, und nie wird der Mensch zu alt für die Freuden eines Picknicks am Ententeich, eines Urlaubs am Meer oder der Fahrt in einem Boot oder Schiff. Menschen blicken von der Brücke hinunter in den Fluss und träumen dabei vom Ozean. Der Klang des Wassers geht durch die Ohren direkt ins Herz und berührt es in vielen Erscheinungsformen und auf vielerlei Art. Das Plätschern des Regens, das Rauschen und Tosen der Brandung, das wilde oder anheimelnde Lied der Bäche, Flüsse und Meere kann fröhlich, sehnsüchtig oder durstig machen. Es weckt alte Erinnerungen und neue Ideen, Fernweh und Heimweh – und bei den meisten irgendwann auch den Wunsch, selbst einmal ein Boot zu bauen und zu Wasser zu lassen. Dieser Wunsch lässt sich leicht erfüllen: Schon Kinder im Vorschulalter lassen Rundenschiffe schwimmen oder falten mit wenigen Handgriffen schwimmtüchtige Boote aus Papier oder Alufolie. Ein ferngesteuertes oder RC Boot muss weder teuer noch aufwändig in der Herstellung sein: Schnelle und stabile Boote mit Fernsteuerung gibt es als Spielzeug bereits für Preise unter 50 Euro. Dabei werden Neugierige auch im Sortiment großer, traditionell dem professionellen Modellbau verbundener Hersteller wie Graupner oder Robbe fündig.

RC Boote für jeden Anspruch und Geldbeutel

Graupner ist einer der führenden deutschen Hersteller und Namen im Bereich Modellbau, bietet aber im Jahr 2012 längst nicht nur Bausätze und Modelle in den oberen Preisklassen an, sondern auch Produkte für Kinder und gute RTR („Ready to run“) Modelle für Einsteiger. Während ein ferngesteuertes Mini U-Boot für rund dreißig Euro eindeutig als Spielzeug für Kinder gedacht ist, richten sich Angebote im drei- oder vierstelligen Preisbereich ganz klar an Kapitäne, die von Modellbau und Technik bereits mehr verstehen als nur die Grundlagen. Eine große Yacht, ein ferngesteuertes Speedboot mit mehr als 100 km/h Spitzengeschwindigkeit oder ein RC Boot mit Dutzenden verstellbarer Segel, mehreren Elektro oder Verbrennungsmotoren oder Dampfantrieb sind jedoch nicht unerreichbar für diejenigen, die sich weniger mit Modellbau als mit dem Steuern und Erleben des Boots befassen möchten. Ein RC Boot, das nur ausgepackt und mit Akkus oder Batterien für die Steuerungsanlage bestückt werden muss, ist am Zusatz RTR zu erkennen, und dieses Segment ist weder auf kleine noch auf leistungsschwache Boote begrenzt. Im Gegensatz zum RTR Boot, das komplett mit Fernbedienung, Servos, Motoren, Technik und Empfänger geliefert wird, müssen bei einem ARTR Boot noch etliche Teile zugekauft werden. Ganz exakte Regeln, welche das jeweils sind, gibt es nicht: Bei einem Boot kann es beispielsweise notwendig sein, zusätzlichen Ballast zu beschaffen und unterzubringen, damit das Gewicht beim Schwimmen optimal verteilt und ausbalanciert ist.

Mit dem richtige RC Boot haben Einsteiger sofort Freude

Wer erst im Jahr 2012 seine grundsätzliche Liebe zum Modellbau entdeckt hat und seine Fähigkeiten jetzt an einem RC Boot erproben möchte, sollte sich bei der Suche und Auswahl allerdings nicht zu weit aus dem Fenster lehnen und lieber eine Nummer kleiner einsteigen, um Enttäuschungen zu vermeiden. Denn hochpreisige und professionelle Bausätze oder ARTR („Almost ready to run“) Modelle, etwa die der Premium Line von Graupner, sind trotz eventueller Vormontage der kompliziertesten Baugruppen für Laien im Modellbau sehr arbeits- und zeitintensiv. Am meisten Erfahrung ist erforderlich, wenn das Boot selbst entworfen und als kompletter Eigenbau geplant ist. Solche Projekte werden von Profis in eigens dazu ausgestatteten Werkstätten verwirklicht, und oft vergehen Monate oder sogar Jahre zwischen der ersten Idee und dem Stapellauf. Einsteiger sollten sich auch über das Material für ihr erstes RC Boot Gedanken machen: Holz, Kunststoff und Metall bieten jeweils Vor- und Nachteile, sowohl in der Fertigung als auch in Gewicht, physikalischen Eigenschaften, Optik und nicht zuletzt Preis. Die Annahme, ein Boot aus Holz sei grundsätzlich teurer als eins aus Kunststoff, ist ein weit verbreiteter Irrtum, denn dabei wird verallgemeinert, wo genaueres Hinsehen erforderlich wäre. Welches Material geeignet ist, hängt nicht nur von den Modellbau-Kompetenzen des Erbauers ab, sondern auch von der Schiffsklasse, der gewünschten Größe und dem künftigen Einsatzgebiet. Außerdem ist ein Material, für dessen Bearbeitung bereits die richtigen Werkzeuge, Maschinen und Routinen vorhanden sind, immer billiger als eines, das mit vorhandenen Mitteln nicht fachgerecht behandelt, geformt oder zusammengefügt werden kann.

Boote aus Holz, Stahl oder Kunststoff

Ein Boot aus Holz schwimmt nicht besser als ein Boot aus Stahl, nur weil es leichter ist. Boote schwimmen, weil ihr Rumpf mehr Wasser verdrängt, als er Eigengewicht auf die Waage bringt. Wäre das anders, müsste ein Stahlschiff zwangsläufig untergehen und ein Boot aus Balsaholz oder Wachspapier dürfte niemals sinken. Im Profi-Modellbau wird die Entscheidung für das Baumaterial von vielen Faktoren beeinflusst: Vorbildtreue und Authentizität können der Grund sein, ein Segelschiff Spante für Planke aus Holz zu fertigen, ein modernes Kriegsschiff, einen Tanker oder ein U-Boot aus Stahl und einen schlanken Katamaran, eine Yacht oder ein Speedboot aus Polystyrol oder Fiberglas. Baupläne für individuelle Eigenbauten oder Nachbauten in genauem Maßstab finden sich im Jahr 2012 in großer Zahl als Downloads im Internet. Graupner, Robbe, Revell und viele andere Hersteller bieten Bauanleitungen auch ohne dazugehöriges Boot an, In Hobbyforen teilen und diskutieren private Bastler ihre Entwürfe, Experimente und Ideen mit Gleichgesinnten. Vielfach dient der Plan eines Standmodells als Basis für den Bau von einem funktionsfähigen, schwimm- und manövriertüchtigen RC Boot. Viele passionierte Bootsbauer haben verschiedene Modelle und schätzen jedes einzelne wegen seiner spezifischen Eigenschaften: Das kleine RTR Modell aus Plastik wegen seines unkomplizierten Handlings als robustes Spielzeug für die ganze Familie, den Eigenbau der Titanic oder Black Pearl als repräsentatives Schmuckstück in der Vitrine und das fünfzig Kilo schwere Dampfschiff als künftigen Preisgewinner bei internationalen Wettbewerben.