Ferngesteuerte Autos für Kinder und Erwachsene

Ferngesteuerte Autos

Jedes Auto mit Fernsteuerung ist ein RC Car: Vom kleinsten Elektro Buggy, der sich unter dem Sofa verfahren und in Teppichfalten steckenbleiben kann, bis hin zu den schweren Autos der größten Klasse 1:5, deren Motorsound, Fahrdynamik und Bremsgeräusche sich von denen der Originale kaum noch unterscheiden. Ferngesteuerte Autos lassen sich in zwei Hauptgruppen einordnen, die vor allem durch das Alter der Zielgruppe bestimmt werden. Zur „Toy Grade“, Spielzeugklasse, gehören die preiswerten, kleinen Fahrzeuge mit Antenne und Fernsteuerung, die schon kleine Kinder in der Wohnung, auf dem Hof oder im Garten gefahrlos steuern können. Verletzungen der kleinen Piloten sind bei diesen Autos so gut wie ausgeschlossen: Die Fernlenkflitzer wirken schnell, sind es aber nicht wirklich, und bei Kollisionen siegt immer der Mensch. Große ferngesteuerte Autos der sogenannten „Hobby Grade“, der Freizeit- oder Hobbyklasse, sind dagegen nur Spielzeug für große Kinder: Sie fahren mit starken Elektro oder Verbrennungsmotoren und sind aufgrund ihres Gewichts und der hohen Geschwindigkeiten, Drehzahlen sowie Betriebstemperaturen nicht ungefährlich. Zum sicheren Fahren, Lenken und Bremsen ferngesteuerter Autos, Monster Trucks und LKW ab Maßstab 1:10 sollte der Fahrer schon mindestens 14 Jahre alt sein und am wenigstens zu Beginn seiner Modellpilotenkarriere einen hilfreichen Erwachsenen an seiner Seite haben.

Sofort starten oder erst noch zusammenbauen?

Ein ferngesteuertes Auto soll Spaß machen. Für Kinder muss es dazu klein und leicht sein, einiges aushalten und mit einem Batteriesatz oder einer Akkuladung lange genug fahren können, um keinen Frust aufkommen zu lassen. Ein Kind, das sich ein ferngesteuertes Auto wünscht, will fahren und nicht in den Modellbau einsteigen – sonst hätte ein Modellauto auf dem Wunschzettel gestanden. Daher werden kleine ferngesteuerte Fahrzeuge in aller Regel als RTR Modelle („ready to run“) angeboten, also bereits komplett zusammengefügt und mit Fernsteuerung, Empfänger, Servos und oft auch den ersten Akkus oder Batterien. Der größte Nachteil fast aller preiswerten „Toy Grade“ RC Autos ist, dass sie sich schlecht oder gar nicht warten oder reparieren lassen. Soll das Spielzeug lange halten, sollte also auf stabile Ausführung geachtet werden, denn viele Kinder lieben Kollisionen, Unfälle und Überschläge noch mehr als Rennen oder rasante Kurvenmanöver. Wer im Zweifelsfall statt des billigsten lieber ein Modell aus dem preislichen Mittelfeld wählt, für das auch Zubehör und gängige Reparatursätze erhältlich sind, ist bei Pannen, Verschleiß und Zusammenstößen besser vorbereitet. Die meisten Kinder helfen gern bei der Reparatur ihres ferngesteuerten Autos, vor allem, wenn sie den Schaden vorher selbst verursacht haben. Schon an einfach aufgebauten Fahrzeugen können sie dabei wesentliche Funktionen von Fahrwerk und Lenkung über Augen und Hände nachvollziehen und begreifen. Viele, die im Jahr 2012 bereits erfahrene RC Piloten sind, haben vor Jahren mit einem Toy Grade Car oder einer Carrera Bahn angefangen und sich irgendwann ganz von selbst mit Aufbau, Konstruktion und Tuning größerer Modelle beschäftigt.

Elektro Cars und Verbrenner für Fortgeschrittene

RTR Modelle gibt es auch unter den „Großen“, etwa im klassischen Maßstab 1:10. Bei einem Elektro Modell können Akkus beiliegen, müssen aber nicht; Benzin für ein ferngesteuertes Auto mit Verbrennungsmotor muss der neue Besitzer in jedem Fall selbst kaufen und einfüllen, bevor er loslegen kann. BND Modelle (“Bind and Drive”) sind ebenfalls komplett zusammengebaut, Empfänger und Servos sind am Fahrzeug montiert, nur die Fernsteuerung muss noch gekauft werden: Ideal, wenn mit einer vorhandenen Steuerung ein weiteres RC Car oder ein neuer Truck betrieben werden soll. Weil vielen das Zusammenbauen, Ausrüsten und individuelle Gestalten vom ferngesteuerten Auto, 4wd Truck oder Buggy ebenso viel Spaß macht wie das Fahren, entscheiden sie sich für ein ARR Modell („Almost ready to run“), für das sie noch die gesamte Steuerung (Sender und Empfänger) sowie Energieversorgung aussuchen und zukaufen, oder gleich für einen Bausatz. In Bausätzen oder Kits sind die Einzelteile vorgefertigt und in passender Art und Menge vorhanden. Je nach Hersteller, Preis- und Größenklasse des ferngesteuerten Autos sowie Anspruch und Erfahrung des Käufers mit Modellbau und Technik werden vor der Montage zusätzlich Lackierarbeiten nötig. Bei Einsteigerbausätzen sind komplizierte Baugruppen wie das Fahrwerk vormontiert. Motor und Getriebe sind nicht in jedem Bausatz enthalten, um die komplette Elektro und Funkanlage zur Fernsteuerung kümmert sich bei Bausätzen grundsätzlich der Fahrer. Hier stehen Fortgeschrittenen und Profis, vor allem bei richtig großen Modellen, so gut wie alle Möglichkeiten offen, die es auch für bemannte Fahrzeuge gibt: Sonderfahrzeuge im personalisierten Design, ein Truggy für den Einsatz in schwierigem Gelände, Matsch und Schnee, spezielle Rennreifen, Aerodynamik- und Breitbaukits, Tuning von Fahrwerk und Elektronik und noch vieles mehr – bis zum Aufbau von kompakten oder ausufernden Kraft- und Speedpaketen für Hochleistungssport und internationale Wettkämpfe auf großen Rennbahnen, Hindernisparcours und Kampfplätzen.

Ein ferngesteuertes Auto bleibt selten allein

Ob Spielzeug, Hobby oder Leidenschaft: Ferngesteuerte Autos sind ein geselliges Hobby, denn am meisten Freude macht das Fahren gemeinsam mit anderen. Wer sein RC Car in einem lockeren Rennen unter Gleichgesinnten erproben oder damit Preise im harten Wettkampf erringen will, findet übers Internet, durch das Lesen entsprechender Fachzeitschriften oder die Mitgliedschaft in einem der zahlreichen Vereine und Verbände Rennen, Rallyes und andere Fahrveranstaltungen in seiner Nähe und überall auf der Welt. Die Modellautoszene ist freundlich und hilfsbereit und gibt Erfahrungen, Tipps oder wichtige Adressen gern weiter. Neugierige, Anfänger und talentierter Nachwuchs sind jederzeit willkommen und können durch den Austausch ihre Kenntnisse über Modellbau, Elektro und Fahrtechnik erweitern. Infos über Rennserien für bestimmte Altersgruppen und deren Teilnahmebedingungen lassen sich auch über professionelle Fahrer, Hersteller oder Händler ferngesteuerter Autos erfragen. Viele renommierte Anbieter wie Dickie, Tamiya oder Kyosho bieten auf ihren Internetseiten optionalen Service und Support, etwa durch Partneradressen für hochwertige und kompatible Ersatzteile oder Empfehlungen für passendes Zubehör. Die Möglichkeit zum kostenlosen Download verlorengegangener Bauanleitungen ist ein weiteres Goodie: Sie besteht nicht nur für ferngesteuerte Autos jüngerer Baureihen von 2012, 2011 und den Vorjahren, sondern ebenfalls für Youngtimer, Klassiker und Veteranen.