RC Verbrennermodelle – Hinweise zur Inbetriebnahme

Anders als elektrisch betriebene Fernsteuermodelle benötigen RC Verbrennermodelle ein wenig mehr Vorbereitung vor dem ersten Start. Hilfreich ist außerdem, wenn bestimmtes Grundwissen bereits vor der Anschaffung vorhanden ist: So können nachträgliche Enttäuschungen ganz leicht vermieden werden.

Keine Angst vor dem Zubehör

Wer in die bunte Welt der RC Verbrennermodelle einsteigen will, sollte keine Berührungsängste haben, wenn es um Öl, Benzin und schnell laufende Technik geht. Das bedeutet jedoch nicht, dass bereits vor dem ersten Kauf Fachwissen und Expertise gefragt sind: Viele Einsteigermodelle sind „Ready to go“, der Pilot muss außer dem Modell nur Batterien kaufen, mit denen er Fernsteuerung und Empfangsteil ausrüsten kann, ferner einen Zündkerzenstecker und natürlich den erforderlichen Treibstoff. Viele Hersteller erleichtern es Ein- und Umsteigern zusätzlich, indem sie so genannte „Starter Kits“ anbieten, die all das ergänzen, was im Lieferumfang des RC Verbrennermodells noch nicht enthalten ist. Typischer Inhalt eines Starter Kits könnten beispielsweise sein: Der Akku bzw. die Batterie, der Glühkerzenstecker, ein Ladegerät für den Akku, eine Tankflasche zum Aufbewahren und Nachfüllen von Treibstoff und ein kleiner Werkzeugsatz, bestehend etwa aus einem Zünd- oder Glühkerzenschlüssel und einem Schraubenzieher in der richtigen Größe. Die Kombination aus einem Ready to go-Modell und einem Starter Kit ist in der Regel völlig ausreichend, um mit dem Verbrennermodell starten zu können- zumindest, was die technischen Voraussetzungen auf Seiten des Modells angeht. Aber auch der Pilot sollte vor dem Start ein paar Grundvoraussetzungen erfüllen, um es sich und seinem neuen Modell nicht unnötig schwer zu machen, über die ersten Runden zu kommen.

Training mit der Fernsteuerung

Früher sahen sich die meisten Fernsteueranlagen für RC Verbrennermodelle recht ähnlich und waren nach demselben Grundprinzip aufgebaut: Links war ein Hebel, der zur Regelung der Geschwindigkeit diente, mit dem Hebel rechts daneben wurde gelenkt. Diese Steuerungen, mit denen viele RC Piloten sozusagen „großgeworden“ sind, haben mittlerweile nahezu ausgedient. Neue Fernbedienungen, die vor allem bei RC Cars und hier natürlich auch bei RC Verbrennermodelle zum Einsatz kommen, liegen wie eine Pistole in der Hand und werden deswegen auch als „Pistolenfernbedienungen“ bezeichnet. Pistolenfernbedienungen sind Drehknopfanlagen. Sie haben einen Auslöser, über den der Pilot das Gas regelt, und zum lenken des RC Cars ein Rad an der Seite. Ferner stehen zwei Schalter an der Seite der Fernbedienung zur Verfügung, über die der Pilot noch genauere Justierungen vornehmen kann. Sie dienen dem punktgenauen „Trimmen“ von Gas und Steuerimpuls und erfordern daher Fingerspitzengefühl und Routine. Es kann also grundsätzlich nichts schaden, wenn sich frischgebackene Verbrennerpiloten erst einmal vertraut mit der neuen Pistolensteuerung machen, sie in die Hand nehmen und ihre Funktionen in Form einer kleinen „Trockenübung“ durchprobieren. Wer mit dem Prinzip der Drehknopfanlage und Pistolenfernbedienung bereits vertraut ist, sollte sich dennoch vor dem Start einige Minuten Zeit nehmen, um die mitgelieferte bzw. neu gekaufte Steuerungsanlage kennenzulernen und zu fühlen, wie sie in der Hand reagiert, bevor er sie am fahrenden Modell ausprobiert.

Motor und Vergaser

Ob beim großen Auto oder beim ferngesteuerten Verbrennermodell: Der Vergaser ist ein kleines technisches Wunderwerk und gleichzeitig grundsolide und hochempfindlich. Im Vergaser wird der Treibstoff durch Mischen und Zerstäuben zu zündfähigem Gemisch. Das darf weder zu mager noch zu fett sein, also weder zu viel Luft noch zu viel Treibstoff enthalten. Zur Feineinstellung hat der Vergaser eine Justierschraube an der Hauptdüsennadel, über die sich der Treibstoffzufluss regeln lässt, die jedoch bei fertig gekauften Ready to go-Modellen nicht vor dem Start erst mühsam in die richtige Position gebracht werden muss: Sie sollte sich bereits in der optimalen Stellung befinden. Nur, wenn der Motor ganz unwillig ist, etwa „abstirbt“, wenn kein Gas gegeben wird, zu Fehlzündungen und Startschwierigkeiten neigt oder eine ungesunde Abgasfarbe zeigt, muss hier gedreht werden, aber bitte ganz vorsichtig und immer nur ganz wenig. Als Anhaltspunkt kann dienen, dass bereits eine Zwölftel Drehung fühl-, sicht- und hörbare Auswirkungen haben kann. Wird sie nach links gedreht, kann mehr Benzin einfließen, das Gemisch wird „fetter“. Durch Drehen nach rechts verringert der Pilot den Spritzufluss und sorgt für magereres Gemisch im Vergaser. Fetter ist nicht gleich besser: Was der Motor bekommt, muss er auch sauber verbrennen können. Kann er das nicht, verölt und verrußt er schneller, was seine Leistung und Lebensdauer herabsetzt. Justierschrauben dürfen niemals weitergedreht werden, wenn Widerstand fühlbar wird: Vergaserdüsen sind fein und empfindlich und können dadurch ruiniert werden.

Startvorbereitungen

Nachdem sowohl das RC Verbrennermodell als auch die Fernsteueranlage mit Batterien bzw. Akkus bestückt worden sind, kann der Pilot mit der Steuerung bereits einige Funktionen von Lenkung und Bremse testen. Dazu wird das Fahrzeug so platziert, dass die Räder frei in der Luft schweben und sich die verschiedenen Gestänge sichtbar bewegen können. Geprüft wird, ob sie das ohne Widerstand tun und ob die Einschlagwinkel beim Links- und Rechtslenken identisch sind. Auch die Spurtreue lässt sich vorab verifizieren: Steht die Lenkung in Nullstellung und wird die Steuerung nicht betätigt, darf kein Rad mehr eingeschlagen sein als das andere. Hier kommt bei Abweichungen der Trimmknopf der Pistolensteuerung erstmalig zum Einsatz. Lässt sich kein befriedigendes Ergebnis erzielen, könnten Servoantrieb oder -steuerung fehlerhaft sein. Ist alles soweit klar, kann getankt und losgefahren werden.

Der erste Start im Freien

RC Verbrennermodelle dürfen mit laufendem Motor nicht in geschlossenen Räumen betrieben werden. Zur Jungfernfahrt also unbedingt nach draußen gehen! An der frischen Luft wird nun der Tank befüllt – am einfachsten mit einer Tankflasche und mit so genanntem Run-in-Treibstoff, der einen Nitroanteil von ca. 5% aufweist. Der Zündkerzenstecker aus dem Starter Kit sollte bis dahin mittels Ladegerät aufgeladen worden sein. Er wird auf der Zündkerze befestigt und hat nach etwa zehn Sekunden die richtige Starttemperatur erreicht. Springt der Motor nicht beim ersten Zug am Starterseil an: keine Panik. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Vergaser erst nach zehn bis zwanzig Zügen Treibstoff gezogen hat. Springt der Motor dann immer noch nicht an: Kerzenstecker lösen und entfernen, dann den Starter ein paarmal betätigen, so dass Brennstoff ins Kurbelgehäuse des Motors gelangen kann. Dann die Zünd- bzw. Glühkerze wieder befestigen und noch einmal versuchen. Läuft der Motor: Chassis aufsetzen und los geht’s. Zuerst vorsichtig fahren, Spurtreue und Geradeauslauf noch einmal testen und gegebenenfalls mittels Trimmknopf feinjustieren. Läuft alles tadellos und willig, können Pilot und RC Verbrennermodell richtig Freundschaft miteinander schließen.